29 Jan. Wie informieren sich Eltern? Wo Eltern junger Kinder Rat suchen.
Wie informieren sich Eltern? Wo Eltern junger Kinder Rat suchen.

Das Projekt wird von der Gemeinnützigen Junker-Kempchen-Stiftung gefördert.
HINTERGRUND:
Eltern junger Kinder stehen heute mehr denn je vor großen Herausforderungen. Die Gesellschaft ist geprägt von wachsender Diversität und wachsender (digitaler) Informationsflut, und so ist es für Eltern immer ungewisser, wie man „richtig“ handelt. Auch der Aufschwung der Forschung zur frühen Kindheit hat dazu beigetragen, dass Eltern heute weniger auf ihre Intuition vertrauen und mehr Rückversicherung bei Expert:innen suchen, wenn es um Fragen der Pflege, Erziehung und Förderung ihrer Kinder geht.
Gerade in der frühen Familienphase sind Eltern oft ratlos und auf fachkundige Auskunft angewiesen. Dies gilt umso mehr, da Kinder immer seltener im Kontext einer erweiterten Familie aufwachsen und (werdende) Eltern nur wenig „Lerngelegenheiten“ im Alltag haben, bevor sie ihr erstes Kind haben. Ob Pflege, Ernährung, Gesundheit oder anregende Lernbedingungen – Eltern haben von Beginn an zahlreiche Fragen, nicht zuletzt zum Thema Erziehung und zunehmend schon sehr früh auch zur Mediennutzung. Eltern ist mehr denn je bewusst, wie relevant ihr erzieherisches Engagement für die Entwicklung und Bildungsbiografien der Kinder ist.
Eltern steht heute eine ungekannt breite Palette an Informationsmöglichkeiten offen, insbesondere auch im digitalen Raum. Obwohl Eltern vor zehn Jahren noch angaben, dass sie Informationen in Printform bevorzugen (Vodafone Stiftung Deutschland, 2015), nutzte doch auch damals schon die Mehrheit an erster Stelle das Internet, wenn es darum ging, in Medien spezielle Informationen zu Familien- und Erziehungsfragen zu suchen. Inzwischen könnten Websites und Blogs diese Favoritenposition auch gegenüber persönlichen Kontakten eingenommen haben. Inwieweit hierbei für Eltern der leichte Zugang entscheidend ist oder ob sie solchen Quellen auch in vergleichbarem Maße wie geeigneten Personen vertrauen ist jedoch eine offene Frage.
Projektziel:
Unsere Studie zielt darauf ab, die Informationsbedürfnisse von Eltern junger Kinder zu verstehen und die Kriterien zu identifizieren, die sie bei der Auswahl personaler oder digitaler Ratgeber anlegen. Wir untersuchen, inwieweit Vertrauen in digitale Quellen besteht und ob die Vertrauensgrundlagen, die für persönliche Netzwerke gelten, auch auf digitale Ratgeber übertragbar sind. Insbesondere interessiert uns, wie Erziehungs-Influencer*innen und KI-gestützte Chatbots im Vergleich zu traditionellen sozialen Informationsquellen wahrgenommen werden. Durch diese umfassende Analyse möchten wir nicht nur Eltern unterstützen, sondern auch zur Schaffung
einer informierten und engagierten Gesellschaft beitragen.