Frühe digitale Bildung – Materialien zur Elternarbeit im Bereich Digitalisierung der Kindheit und des Familienlebens

Frühe digitale Bildung – Materialien zur Elternarbeit im Bereich Digitalisierung der Kindheit und des Familienlebens

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Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Logo BMBFSFJ und KJP

HINTERGRUND:
Das Familienleben und die Entwicklungsbedingungen von Kindern verändern sich durch den rapiden technologischen Wandel erheblich. Digitale Geräte sind im Familienalltag schon lange allgegenwärtig und in vieler Hinsicht äußerst nützlich. Sie erleichtern Eltern die Organisation alltäglicher familiärer Aufgaben, bieten raschen Zugriff auf Informationen und ermöglichen den Familienmitgliedern die Kommunikation auf Distanz – auch schon für sehr junge Kinder. Sie können aber auch weniger entwicklungsförderlich zum Einsatz kommen, sei es, wenn digitale Medien die Aufgabe übernehmen, „schwierige“ Kinde r zu beruhigen, wenn Eltern immer wieder durch eingehende Nachrichten aus der Interaktion mit ihrem Kind gerissen werden oder wenn der Schutz und die Persönlichkeitsrechte der Kinder durch die Veröffentlichung von Bildern gefährdet werden.


Diese Beispiele verdeutlichen, dass digitale Medien auf der einen Seite erhebliche
Potenziale bergen, dass sie aber auch mit Risiken verbunden sein können, insbesondere für junge Kinder, wenn deren Nutzung digitaler Medien nicht altersangemessen reguliert und begleitet wird. Entsprechend anforderungsreich ist es für Eltern, die Mediennutzung und Online-Aktivitäten ihrer Kinder so zu gestalten, dass sie ihre Kinder vor Risiken schützen, ihnen aber auch digitale Teilhabe ermöglichen und sie hierzu befähigen.


Dieser Dreiklang aus Schutz, Förderung und Teilhabe ist grundlegend in den Kinderrechten verankert und muss auch im Bereich der Medienbildung gewährleistet sein. Umso wichtiger ist es, Eltern frühzeitig darin zu unterstützen, ihre Kinder beim Hineinwachsen in eine zunehmend digital gestaltete Umgebung altersangemessen zu begleiten. Das geplante Projekt möchte hierzu einen Beitrag leisten.

Projektziel: Das geplante Projekt zielt darauf ab, Eltern von jungen Kindern mit
entwicklungspsychologisch und medienpädagogisch informierter Perspektive auf der Basis der Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte von Kindern über positive Potenziale wie auch mögliche Risiken digitaler Angebote für Kinder zu informieren, sie für die Bedeutung des eigenen Handelns in diesem Bereich zu sensibilisieren und ihnen Tipps für die entwicklungsförderliche Gestaltung des digitalen Familienalltags zu vermitteln. Die Informationen sollen vorrangig im Kontext von pädagogischen Einrichtungen für junge Kinder (Kindertagesstätten), ggf. aber auch in Bildungseinrichtungen für deren Eltern (z.B. Familienzentren, Familienbildungsstätten) in Form von Eltern- Informationsabenden und weiteren Formaten angeboten und vermittelt werden. Hierbei sind pädagogische Fachkräfte zunächst ebenfalls Teilnehmende/Nutzende, könnten aber in einem zukünftigen Schritt darauf vorbereitet werden, die Durchführung der Elternabende und Vorstellung der weiteren Materialien selbst zu übernehmen.

Inhalte: Insgesamt sollen vier Themenblöcke für die Elternarbeit erarbeitet werden, die anschauliches, auch visuelles Material und eine Bandbreite didaktischer Mittel nutzen, um Eltern zu informieren, sie aktiv in den Austausch einzubeziehen und gemeinsam gute Lösungen für den Familienalltag zu erarbeiten. Die vier Einheiten können einzeln angeboten werden, sind aber so konzipiert, dass sich auch insgesamt z.B. als Blockveranstaltung oder als Informationsreihe genutzt werden können. Folgende Inhalte sollen hierbei vermittelt werden:

  • Digitale Medien im Alltag von Familien mit jungen Kindern: Was brauchen junge Kinder in einer zunehmend digitalen Umwelt?
  • Mediengebrauch von Kindern: Wie können Eltern begleiten, befähigen und schützen?
  • Umgang mit Widerstand in der Medienerziehung: Wie lassen sich Konflikte entschärfen und Medienzeiten alltagstauglich gestalten?
  • Eltern als Vorbild und Mediengestalter – wie frühe Medienerfahrungen Beziehungen und Lernen prägen.