11 Mai Offener Brief der DGKJ an Bundesministerin Nina Warken: Kranke Kinder im GKV-Entwurf übergangen
23.04.2026
Offener Brief der DGKJ an Bundesministerin Nina Warken: Kranke Kinder im GKV-Entwurf übergangen
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) übt in einem offenen Brief an Bundesministerin Nina Warken scharfe Kritik am Referentenentwurf zum GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz, denn der Entwurf geht in weiten Teilen an den Bedürfnissen kranker Kinder und Jugendlicher vorbei.
Die DGKJ mit ihren über 20.000 Mitgliedern in Deutschland erkennt die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausdrücklich an. Das Ziel, die Beitragsstabilität zu sichern, wird unterstützt. Doch blendet der vorliegende Gesetzentwurf die Realität der pädiatrischen Versorgung weitgehend aus – mit potenziell gravierenden Folgen.
Die Fachgesellschaft warnt, dass der Gesetzentwurf eine bereits angespannte Versorgungslage weiter verschärfen könnte. Die Zahl pädiatrischer Standorte in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Weitere strukturelle Einschnitte gefährden insbesondere die Versorgung schwer kranker Kinder, die auf spezialisierte Einrichtungen angewiesen sind.
Auch das Verfahren stößt auf deutliche Kritik: Die Aufforderung zur Stellungnahme erreichte die DGKJ erst nach Ablauf der Frist. Eine Beteiligung an der Anhörung war damit faktisch ausgeschlossen.
„Warum wird die Stimme der wissenschaftlichen Kinder- und Jugendmedizin erneut nicht gehört?“, heißt es in dem offenen Brief an die Bundesgesundheitsministerin. Mit Blick auf die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie dürfen die Folgen politischer Entscheidungen für Kinder und Jugendliche nicht erneut unterschätzt werden.
Die DGKJ fordert das Bundesministerium für Gesundheit auf, den Gesetzentwurf grundlegend zu überarbeiten und die Versorgung kranker Kinder stärker in den Fokus zu rücken. Eine nachhaltige Stabilisierung der GKV darf nicht zulasten der jüngsten Patientinnen und Patienten erfolgen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V., 23.04.2026